Folsäure und Vitamine C + E in Multivitaminpräparaten
Höhere Vitaminzufuhr – geringeres Dickdarmkrebsrisiko
In einer gepoolten Analyse der umfangreichen Originaldaten von 13 prospektiven Kohortenstudien ergab sich für die Verwendung von Multivitaminpräparaten eine statistisch signifikante, umgekehrte Beziehung zum Kolonkarzinomrisiko (Relatives Risiko: 0,88).
Im Rahmen des internationalen Pooling Project of Prospective Studies of Diet and Cancer konnte eine signifikante umgekehrte Beziehung zum Dickdarmkrebsrisiko sowohl für Multivitaminpräparate als auch für die Totalzufuhr der Einzelvitamine C und E durch Ernährung und Supplemente nachgewiesen werden . Was dagegen die Versorgung rein durch die Ernährung betraf, war keine signifikante Risikosenkung durch höhere Zufuhr der Vitamine C, E und A feststellbar. Auch erhöhte Zufuhr von Vitamin A durch Ernährung und Vitaminpräparate kombiniert, senkte das Kolonkarzinomrisiko nicht signifikant, wenn andere Schutz- und Risikofaktoren für Dickdarmkrebs berücksichtigt wurden (Multivarianzanalyse). Analog zur besseren Versorgung mit den Vitaminen C und E war auch erhöhte Folsäurezufuhr mit einer Reduktion des Dickdarmkrebsrisikos ähnlichen Ausmasses assoziiert.
Der Follow-up der analysierten 13 europäischen und nordamerikanischen Kohortenstudien betrug 7 bis 20 Jahre. Von den insgesamt 676´141 beteiligten Frauen und Männern erkrankten insgesamt 5´454 an einem Kolonkarzinom. Multivitaminpräparate wurden in den nordamerikanischen Studien häufiger verwendet (in 30% bis 50%) als in den europäische (in 3% bis 8%). Als häufigstes Einzelvitaminsupplement wurde Vitamin C in 6% bis 38% eingenommen. Unter Berücksichtigung der Folsäurezufuhr resultierte bei erhöhter Gesamtzufuhr von Vitamin E (Ernährung + Supplemente) eine Reduktion des Dickdarmkrebsrisikos von 16% (RR: 0,84) und bei Vitamin E von 17% (RR: 0,83). Die in vielen Multivitaminpräparaten enthaltene Folsäure war mit einer Risikoreduktion von 15% assoziiert (RR: 0,85).
Die Studienresultate sprechen dafür, dass erhöhte Zufuhr der Vitamine C und E das Dickdarmkrebsrisiko unabhängig vom ebenfalls günstigen Einfluss der Folsäure zu senken vermag. Aufgrund ihrer miteinander verknüpften Wirkmechanismen arbeiten die beiden antioxidativen Vitamine C und E Hand in Hand.
Referenz: Park Y et al. Intakes of vitamins A, C, and E and use of multiple vitamin supplements and risk of colon cancer: a pooled analysis of prospective cohort studies. Cancer Causes Control 2010. Published online: 05 September 2010.
von: Fred Lienhard Fritsche, Arzt & Medizinjournalist

